Ein Jahr ist es nun her, dass wir uns entschlossen haben Heelsparty zu gründen. Anfangs dachten wir: Hey coole Idee, das machen wir“ und waren uns nicht wirklich im klaren welche Arbeit und welcher Stress dahinter steht. Das es nicht einfach werden würde war uns klar.

Nachdem auf der Gemeinde der erforderliche Gewerbeschein beantragt und ausgestellt worden ist ging es los.

Stundenlanges zusammen sitzen und Ideen zusammen tragen, wie soll die Homepage aussehen, wie die Flyer, wie das Logo, wie die Visitenkarten. Viele Ideen kamen zusammen, vieles wurde schnell verworfen, vieles erst nach einiger Zeit. Am Ende dann die ersten Entwürfe, der Feinschliff und endlich hatten wir die Vorlage unseres Logos.

Mit diesem Logo wurden dann das Design von den Visitenkarten und den Flyern entworfen und in den Druck gegeben.

Neben der Gestaltung des Logos und der Visitenkarten wurde stundenlang im Internet gegoogelt, schließlich brauchten wir ja auch Ware. Aber welche Hersteller und Großhändler gab es eigentlich und wie war die Qualität der entsprechenden Produkte? Kataloge und Preislisten wurden angefordert. Mein armer Postbote tat mir zwischendrin schon ein wenig leid.

Bewaffnend mit einem Block und Stift saßen wir stundenlang auf dem Sofa und versuchten uns zu entscheiden, verglichen Preise. Nachdem die Wahl gefallen war, stand die Frage im Raum: „Welche Qualität haben die HighHeels, Dildos und Vibratoren eigentlich“

Einige Hersteller schickten uns Dildos und Vibratoren zur Ansicht, bei anderen hatten wir die Gelegenheit uns die Qualität auf der Venus 2008 anzuschauen.

Eine Erotikmesse zu besuchen als Händler ist um einiges anders, man schaut sich die angebotenen Waren anders an, vieles sieht man dadurch mit anderen Augen. Völlig erledigt und mit 1000 Dingen im Kopf kamen wir von der Messe wieder nach Hause.

Nachdem wir die Qualität prüfen konnten und unsere Entscheidung gefallen war ging es an das bestellen der Vorführware. Bei einigen Dildos und Vibratoren hielten wir uns zurück, da wir das ganze ohne Bankkredit durchziehen wollten. Wir hatten keine Lust, dass wenn wir scheitern sollten auch noch einen Kredit abbezahlen müssen.

Also wurde hin und her gerechnet, einiges auf unserer Wunschliste gestrichen und endlich die Vorführmodelle bestellt.

Zwischenzeitlich beantragte ich den Existenzgründungszuschuss, der Gründern zu steht. Laut meinem Sachbearbeiter wäre das auch alles kein Thema. Ich müsste nur den Antrag ausfüllen und eine Stellungnahme einer fachkundigen Stelle machen lassen, dann käme der Existenzgründungszuschuss. Aber wie sollte es anders sein, es lief nicht so glatt wie wir uns das vorstellten. Erst nachdem ich eskaliert bin bekam ich was mir zustand.

Bei Minustemperaturen und Schnee wurden die ersten Flyer verteilt, schließlich musste ja bekannt werden, dass es uns gibt. Gar nicht so einfach Flyer auslegen zu dürfen, wenn man mit Erotikartikeln handelt. Trotzdem kamen die ersten Anrufe von interessierten Gastgeberinnen und die erste Heelsparty stand ins Haus.

Aufgeregt fuhr ich zur ersten Präsentation und hatte einen tollen Partyabend. Die Mädels waren supernett und machten es mir leicht in einer lockeren, lustigen Atmosphäre meine Produkte vorzustellen und ihre Fragen zu beantworten.

Inzwischen ist das ganze ein Jahr her, die Erinnerung an die Zeit lässt mich trotz aller Schwierigkeiten und Steinen, die uns im Weg lagen lächeln. Im nach hinein möchte ich diese Zeit nicht mehr missen, es war eine aufregende, spannende und auch anstrengende Zeit.

Oft habe ich gezweifelt ob es das richtige ist was ich tue, aber noch öfters war ich mir zu 100% sicher, das ich nichts anderes mehr machen möchte.

Nach einem Jahr möchte ich mich bei allen Kunden bedanken, die mir eine tolle Zeit verschafft haben, die mir immer das Gefühl gegeben haben, das es das richtige ist was ich tue.

Auch möchte ich mich bei meinen Freunden bedanken, die so toll Werbung für mich gemacht haben, die es ertragen haben, das ich eine Zeitlang von nichts anderem als meinem Geschäft gesprochen habe und mir auch in schweren Zeiten immer beigestanden haben.

Besonders möchte ich mich bei unserem Freund Erik bedanken, der unsere Ideen grafisch umgesetzt hat und die ein oder andere tolle Idee für das Design der Flyer und Visitenkarten geliefert hat und der immer noch Spaß hat meine Ideen grafisch umzusetzen.

Noch ein besonderer Dank geht an meinen Mann, der mich nicht nur mit seinen PC-Kenntnissen und der Gestaltung der Homepage unterstützt hat, sondern der mir immer eine Stütze war in schweren Zeiten, der mir immer wieder Mut gemacht hat.

Fazit nach 1 Jahr: Es ist anstrengend, aber auch schön Selbstständig zu sein. Ein Arbeitstag von 16 Stunden ist keine Seltenheit. Steine liegen immer dann im Weg, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann. Trotzdem freuen wir uns auf das nächste Jahr.






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